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Am Forstgatter entdeckte man 1950 mehrere Hügelgräber, die vermutlich der Hallstattzeit zuzuordnen sind. Sie belegen, dass hier bereits vor rund 2500 Jahren Menschen dauerhaft siedelten. Um 400 v. Chr. folgten die Kelten, worauf Einzelfunde aus der Latène-Zeit hinweisen.
Der Historische Atlas Ebersberg erwähnt Kirchseeon-Dorf erstmals im Jahr 842 unter dem Namen „Sevun“. Die Bezeichnung „ad sevun“ bedeutet „am See gelegen“.
Da es im heutigen Landkreis Ebersberg schon immer mehrere Orte namens „Seeon“ gab, ergänzte man zur Unterscheidung den Zusatz „Kirch-“. Der Name „Chirichsewen“ ist erstmals im 14. Jahrhundert belegt.
Buch ist der älteste Teil der Gemeinde und wird 828 erstmals genannt. In dieser ersten Urkunde wird schon eine Kirche erwähnt. Forstseeon erscheint urkundlich 1269/71 als Amtssitz eines Försters. Osterseeon erst im 14. Jahrhundert als „Ostersewen“. Auch Ilching hatte ein Gotteshaus, die Ursulakirche, die erstmals 1315 nachgewiesen ist.
Eglharting, einst Sitz der 1939 aufgelösten Gemeinde, geht urkundlich auf 1324 zurück. Es war ursprünglich ein reines Straßendorf. Heute hat dieser Ort mit Kirchseeon durch starke Besiedlung bereits verbunden.
Neukirchen ist um 1010/29 bezeugt. Damals schenkte Graf Ulrich von Ebersberg die Kirche in „Niwenchirihin“ an Ebersberg. Die jetzige Kirche wurde um 1717 unter Verwendung älterer Mauern errichtet. Das Mesner-Anwesen und der Bauernhof, der um 1898 vollständig abbrannte, bildeten 1884 die Zehn-Seelen „Neukirchen“.
Zu Beginn des 18. Jahrhunderts bedeckte noch dichter Wald das Gebiet, in dem wir heute das weit nach Westen vorgezogene Kirchseeon sehen. „Holzland“ hieß diese Gegend damals. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts wurden Familien aus dem Bayrischen Wald als Holzarbeiter angeworben. Sie erhielten zwischen dem Spannleitenberg und Eglharting Grund und Boden zinsfrei zum Siedeln.
Am 18. Mai 1868 hatte die Königlich Bayerische Regierung den Bau der Eisenbahn München – Rosenheim verfügt. Als das Dampfross zum ersten Mal die Strecke befuhr, war für zahlreiche Münchner die Möglichkeit gegeben, den Landkreis Ebersberg näher kennen zu lernen. Schon damals war Kirchseeon beliebter Ausgangspunkt für Waldwanderungen, die gewöhnlich zur Ludwigshöhe nach Ebersberg führten.
Durch die Eisenbahnstrecke München – Rosenheim beschleunigte sich die Entwicklung von Kirchseeon erheblich. Der Staat erwarb damals 20 Tagwerk Grund für den Bau einer Imprägnieranstalt. Bahnhof und Fabrik bewirkten das Wachstum des Ortes. Zur Unterscheidung gegenüber Kirchseeon-Dorf nannte man die Siedlung am Bahnhof zunächst Kirchseeon-Station, später Kirchseeon-Bahnhof. 1882 wies sie bereits 26 Häuser und 184 Einwohner auf. Es gab zwei Wirtshäuser.
1877/78 hatte der Schulsprengel ein Schulhaus in Kirchseeon-Dorf erhalten, bis dahin mussten die Kinder nach Ebersberg und Zorneding laufen.
Eine Naturkatastrophe im Forst ließ die Einwohnerzahl 1889 sprunghaft anschwellen. Der Nonnenfalter hatte sich des Waldes bemächtigt, in dem man allzu einseitig fast nur Fichten geduldet hatte. Durch den Nonnenbefall und durch Wirbelstürme wurden 36 Quadratkilometer Wald (d. h. 54 %) vernichtet. Die Aufräumarbeiten verlangten einen riesigen Arbeitsaufwand. Bis tief in den Forst hinein bauten Pioniere eine „Waldbahn“, um die riesigen Holzmengen fortzuschaffen. Wenn Angehörige der Holzhauer die Ortsbezeichnung nicht genau kannten, schrieben sie einfach „bei den Nonnen“, und die Post kam richtig an. Viele Waldarbeiter sind damals in Kirchseeon sesshaft geworden.
Da die kleinen Kirchen in Kirchseeon-Dorf, Neukirchen und Buch nicht mehr ausreichten, wurde 1894 ein Kirchenbauverein gegründet. Bereits am 29. Oktober 1899 konnte das neue, dem Hl. Joseph gewidmete Gotteshaus geweiht werden. Nach dem Zweiten Weltkrieg erfolgte eine Erweiterung.
1901 entstand das neue Schulhaus in Kirchseeon-Bahnhof. Es wurde im Laufe der Jahre dreimal vergrößert. Ebenfalls um 1901 errichtete die Ortskrankenkasse München in Kirchseeon-Bahnhof ein Erholungsheim, das später als Lungenheilstätte diente und 1965 aufgelöst wurde. Heute steht auf dem Gelände das Berufsförderungswerk.
Zu einer Krise kam es 1910/11, als einige Sägewerke schließen mussten und Entlassungen erfolgten.
Am 1. April 1939 wurde aus der bisherigen Gemeinde Eglharting, zu der Kirchseeon gehört hatte, die Gemeinde Kirchseeon gebildet. Außer den beiden Orten Kirchseeon und Eglharting gehören noch die Dörfer Buch und Kirchseeon-Dorf sowie die Weiler Forst- und Osterseeon, Neukirchen, Ilching und Riedering zum Gemeindebereich. Gleichzeitig erhielt Kirchseeon durch Errichtung einer Pfarrkuratie kirchliche Selbstständigkeit.
Wenn auch das Schwellenwerk, die frühere Imprägnieranstalt, 1958 geschlossen wurde, so entwickelte sich Kirchseeon doch dank seiner günstigen Verkehrslage zu einem von Wohnbebauung, Gewerbe und neuen Industriebetrieben geprägten Ort.
Aufgrund der Entwicklung und dem eingetretenen Wachstum wurde die Gemeinde Kirchseeon am 25. Mai 1959 durch das Bayerische Staatsministerium des Innern zum Markt erhoben. Zu der Zeit hatte Kirchseeon bereits über 4.000 Einwohner.
Zu Beginn des Jahres 1974 war das neue Rathaus mit Turn- und Schwimmhalle sowie Feuerwehrgerätehaus fertig gestellt. Seinem Namen als „Gemeindezentrum“ macht das Rathaus auch in kultureller Hinsicht Ehre, indem es die Gemeindebücherei aufnahm. Da die Einwohnerzahl von Eglharting infolge der Neubautätigkeit stark angewachsen war, ergab sich die Notwendigkeit, für diesen Gemeindeteil eine Kirche zu gründen. Als ,,Erlöserkirche“ wurde sie im Januar 1973 von Regionalbischof Franz Graf von Soden konsekriert und eingeweiht. Eglharting gehört mit mehreren Neubaugebieten und Gewerbeansiedlungen zu den zukunftsträchtigen Gemeindeteilen Kirchseeons.
2022 erhielt der Markt Kirchseeon eine Auszeichnung für besonderes Engagement bei der Digitalisierung von der damaligen bayerischen Digitalministerin Judith Gerlach. Als „Digitales Amt“ dürfen sich bayerische Kommunen bezeichnen, die mindestens 50 kommunale und zentrale Online-Verfahren im BayernPortal verlinkt haben. Diese Kommunen werden zudem auf der Webseite des Staatsministeriums für Digitales veröffentlicht, um zu zeigen, welche Kommunen bei der Digitalisierung bereits gut vorangekommen sind. Weitere Informationen zum Prädikat „Digitales Amt“ finden Sie hier.
Der die Naturkatastrophe im Jahr 1889 andeutende Falter (ein forstlicher Schädling) ist in der bayerischen Gemeindeheraldik als Symbol bisher einmalig. Die Nadelbäume weisen auf die Lage des Marktes am größten geschlossenen Waldgebiet Deutschlands, dem Ebersberger Forst, hin. Die 1959 eingeführte Gemeindefahne zeigt die Streifen Grün-Weiß-Grün.
Vor 200 Jahren bedeckte noch dichter Wald das Gebiet um das heutige Zentrum des Marktes Kirchseeon. Als der Bau der Königlich Bayerischen Eisenbahn im Jahr 1868 beschlossen wurde, errichtete man im sogenannten „Holzland“ zwischen Eglharting und Kirchseeon-Dorf eine Fabrik, in der die für die Bahnstrecke nötigen Schwellen hergestellt wurden. Schon 1870 entstanden die ersten Wohn- und Gasthäuser und der Bahnhof. 20 Jahre später fiel der größte Teil der ausgedehnten Waldungen dem Nonnenfalterfraß zum Opfer.
Flurnamen
In den ersten Katasteraufzeichnungen, die vor etwa 200 Jahren gemacht wurden, ist noch jedes Feld, das ein Bauer besaß, mit einem Namen aufgeführt, dem Flurnamen. So stehen die Häuser „Am Hirtenfeld“ in Kirchseeon-Dorf auf einem Grundstück, das früher diesen Namen trug. „Am Marterfeld“ hießen Äcker und Wiesen, an deren Rand ein Wegkreuz stand. So war es auch auf der Flur in Kirchseeon-Dorf, an der heute eine Straße dieses Namens vorbeiführt.
Bei der Straße „Am Herterfeld“ in Eglharting handelt es sich nicht um einen Flurnamen, der hier gebraucht wurde. Auch die Bezeichnung „Am Kleinfeld“ ist kein tatsächlich ursprünglicher Flurname. Dieses Gebiet war bis zur Bebauung Wald, der einstmals zur Herrschaft Oelkofen gehörte. „Feldweg“, „Flurstraße“ und „Wiesenstraße“ können ebenfalls nur als angelehnte oder fiktive Flurnamen betrachtet werden.
„Am Lohholz“ gehörte bis 1939 zur Gemeinde Moosach, die benannte Flur nach Fürmoosen. „Unterholz-Wiese“ oder „Hinterlohland“ hießen die Fluren, die als Straßennamen zu lang erschienen. Lohholz nannte man früher Buchenwald. Im Herbst kann man Buchenlaub leuchten – „lohen“ – sehen.
Straßennamen in Verbindung mit dem Forst
Beim „Hirschenweg“, „Forstweg“ und „Jägerring“ in Eglharting ist ein Zusammenhang mit dem Forst unübersehbar. Wer aber nicht weiß, dass der Ebersberger Forst in der Gemeinde Kirchseeon auch als Park bezeichnet wird, kann bei dem Namen „Parkstraße“ keine Verbindung herstellen. Leichter ist dies sicher bei dem Namen „Hubertusstraße“. Es wird angenommen, dass St. Hubertus der Schutzheilige der Waldarbeiter und Jäger ist.
Alle Straßen in der Eglhartinger Hubertussiedlung haben Bezeichnungen, die mit dem Forst zusammenhängen. Anders ist dies beim „Fuchsweg“. Auch er ist nahe einem Wald zu finden, jedoch im Südosten von Kirchseeon.
Herbert Blöchl (*1939 – †2021)
Johann Reupold (*1924 –†2019)
Konrad Hollerieth (*1912 – †1998)
Pfarrer Alois Antholzner (*1907 – †1978)
Bürgermeister Heinrich Egger (*1890 – †1967)
Bürgermeister Johann Breiter (*1867 – †1949)
Bürgermeister Josef Riedlinger (*1863 – †1923)
Mathilde Bleibinhaus (*1860 – †1941)
Josef Bleibinhaus (*1859 – †1948)
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